Es ist fünf vor zwölf,

Juni 2014
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
Freunde unserer wunderschönen und einmaligen
Mittelgebirgslandschaft, unserer Heimat!
Es ist fünf vor zwölf,
wir müssen jetzt handeln!
Unsere schöne Heimat, unsere Natur, unsere Wälder sind kostbar und schützenswert.
Auf Bürgerversammlungen in Nenkersdorf und Walpersdorf wurde uns vor Augen geführt,
dass in ca. 2 Jahren bis zu zwölf 200 Meter hohe Ungetüme (Windkraftanlagen) auf dem
Rücken zwischen Werthenbach / Helgersdorf und Walpersdorf / Nenkersdorf / Grissenbach
stehen könnten. Eine riesige Windindustrieanlage mit ökologischen Folgen, die noch nicht
abzusehen sind. Die Bürgerinitiative Gegenwind in Werthenbach hat in zwei Wurfsendungen
und einer Informationsveranstaltung in Deuz auf die schwerwiegenden Folgen, besonders
betroffen ist das obere Siegtal, aufmerksam gemacht. Mehr als 1380 Unterstützer haben sich
bis jetzt auf der Homepage eingetragen. Warum?
Das Siegerland zählt zu den windschwächsten Regionen in Deutschland. Deshalb sind diese
Windkraftanlagen hier in der Region unwirtschaftlich und unrentabel. Eventuelle Abschaltung
durch Schattenwurf und Emissionen müssen bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit
unbedingt berücksichtigt werden.
Windkraftanlagen beeinträchtigen die Lebensqualität der Anwohner nachhaltig; als Folge
sinkt der Verkehrswert von Immobilien signifikant. Wertverluste bei Wohnimmobilien von bis
zu 30% oder gar deren Unverkäuflichkeit sind üblich. Der Wertverlust begründet sich durch
Emissionen die von Windkraftanlagen ausgehen. Es sind extrem hohe industrielle Anlagen,
die Lärm, Infraschall und Schattenschlag verursachen. Der Erholungswert der Natur geht
unwiederbringlich verloren.
Wir haben schon jetzt die niedrigsten Grundstückspreise für Immobilien im Netpherland.
(Boris NRW, Bodenrichtwerte) Durch diese Windindustrie würde der Wert noch weiter sinken.
Das ist unstrittig.
Wir appellieren an die Waldgenossen, zu überdenken, was ihnen näher ist, das Hemd (Wert
der eigenen Immobilie) und die vertraute Natur, oder der Rock (evtl. unsichere Pacht) und
eine zerstörte heimische Natur.
Aufgaben und Ziele einer Waldgenossenschaft sind u.a.:
Das Gemeinschaftsvermögen der Waldgenossenschaft nach forstwirtschaftlichen
Grundsätzen zu bewirtschaften und pfleglich zu verwalten. Der Wald soll in seinem Bestand
erhalten bleiben. (aus §21 Gemeinschaftswaldgesetz). Die Waldgenossenschaft muss
sich ihrer Verantwortung im Hinblick auf die Bedeutung des Waldes für die Umwelt,
den Wasserhaushalt, die Bodenfruchtbarkeit, das Landschaftsbild und die Erholung
der Bevölkerung bewusst sein! Unsere Wälder sind vor Schäden zu bewahren.
Für den Fall, das die Genossenschaft für irgendwelche Verbindlichkeit (keine ausreichenden
Rücklagen für Rückbauverpflichtung) in Anspruch genommen wird, ist jeder einzelne
verpflichtet, die Umlagen, Beiträge und Gebühren in der von der
Genossenschaftsversammlung festgesetzten Höhe und Frist zu entrichten.
Bemessungsgrundlage ist die jeweilige Beteiligung am Gemeinschaftsvermögen. (laut § 17
Satzung der Waldgenossenschaft). Die steuerliche Problematik kommt noch hinzu.
Fazit: Der Schaden für alle ist wesentlich größer als der Nutzen für einige!
Es gibt zahlreiche weitere Argumente, die gegen diesen Industriepark an der Südseite
unserer Heimat sprechen:
Die gesundheitsschädlichen Folgen wie Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzrythmusstörungen
sind nur einige, die man nennen könnte. Nicht zu vergessen, der zu geringe
Abstand zu unseren Häusern.
Die Weltgesundheitsorgnisation (WHO) weist darauf hin, dass wegen gesundheitlicher
Gründe ein Abstand von 3 km zu Wohngebieten empfehlenswert sei. Laut WHO solle
zu Streusiedlungen noch ein Abstand von 2 km vorhanden sein.
Wer sich die Zerstörung der Natur vor Augen führen möchte, dem empfehlen wir, sich die
Ungetüme auf der Höhe in Hesselbach anzuschauen. Diese sind nur 122 Meter hoch. In
Sohl bietet sich ein ähnlich abschreckendes Bild.
Die Bürgerinitiative Gegenwind in Werthenbach plant zwei Ist- Messungen durch- zuführen,
in Werthenbach und im Siegtal, um spätere Vergleichswerte zu den von den Windrädern
verursachten Emissionen zu erhalten. Eine Messung kostet ca. 2000,-€. Nur wenn solche
Messungen im Vorfeld durchgeführt werden sind die Daten später vor Gericht verwertbar!
Jeder Einzelne zählt, nur gemeinsam sind wir stark!
Deshalb unser Appell: tragen Sie sich in die Unterschriftenliste auf www.gegenwind-werthenbach.de ein. Ebenso braucht die Bürgerinitiative ihre finanzielle Unterstützung.
(Konto-Nr. 4450202901, BLZ 46060040 Volksbank Siegerland eG)
Um das Recht auf eine spätere Klagemöglichkeit zu haben, sollte jeder Bürger eine
entsprechende Eingabe bei der Stadt Netphen machen. Das Musterschreiben für diese
Eingabe ist ebenfalls auf der Homepage bei der Bürgerinitiative in Werthenbach zu finden.
„Jeder ist aufgefordert eine Stellungnahme abzugeben.“
Wir schließen uns der Bürgerinitiative in Werthenbach an:
Corie Sting, Rüdiger Bradtka, Manuel Neuser,
Peter Schneider, Andreas Simoneit und Torsten Kotzian